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In der Regel ist Nachhaltigkeit auch Männersache

erdbeerwoche logoNachhaltigkeit spielt in vielen Bereichen unseres Lebens eine Rolle... Eine bislang wenig beachtete Facette eines nachhaltigen Lebensstils ist jedoch die Frauenhygiene, also Produkte, die die weibliche Menstruation betreffen.

Die beiden Nachhaltigkeitsexpertinnen Annemarie Harant und Bettina Steinbrugger dachten um die Ecke und schenkten ebendiesem Thema Beachtung – und stellten die Frage: „wie nachhaltig sind eigentlich Frauenhygieneprodukte?“ (=Tampons und Binden).

Und seither wurden Nägel mit Köpfen gemacht: die beiden ehemaligen Kolleginnen von mir gingen jüngst mit Ihrem Unternehmen erdbeerwoche an den Start. Damit wollen Sie den Diskurs über nachhaltige Frauenhygiene sowie die dazugehörigen Produkte im deutschsprachigen Raum etablieren.

Gleichfalls löblich wie interessant – also Zeit für ein Interview. Ring frei für zwei ganz besondere Damen!

erdbeerwocheZum Einstieg die große Frage: Warum ist Frauenhygiene ein Nachhaltigkeits-Thema?
Annemarie Harant (AH): Durchschnittlich verbraucht eine Frau in ihrem Leben zwischen 10.000 und 17.000 Frauenhygieneprodukte. Diese haben eine signifikante Auswirkung auf die Gesundheit der Frauen, aber auch auf das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten: weltweit landen pro Jahr 45 Milliarden Produkte auf dem Müll.

Bettina Steinbrugger (BS): Für uns stellte sich deshalb die Frage, wie man einerseits diesen Müllberg mit wiederverwertbaren Produkten verkleinern und andererseits gesündere Alternativen verwenden kann.

Die Sache mit dem Müllberg ist einleuchtend – aber was genau ist die gesundheitliche Problematik konventioneller Produkte?
BS: Konventionelle Tampons und Binden bestehen in der Regel aus einem Mix aus gebleichter und gepresster Zellulose, umhüllt von einer Kunststoffschicht. Letztere wird dabei immer wieder in Zusammenhang mit Hautreizungen und Infektionen im Intimbereich gebracht.

Der Diskurs über nachhaltige Frauenhygiene ist noch nicht im Mainstream angekommen... Wer beschäftigt sich bislang mit dem Thema?
AH: Es gibt einerseits Hersteller alternativer Frauenhygieneprodukte, die z.B. Tampons und Binden aus biologischer Baumwolle herstellen. Dann gibt es Netzwerke, die das Thema Menstruation enttabuisieren und Aufklärung betreiben wollen.

Und wo wollt Ihr dabei andocken? Wie seht Ihr Eure Rolle - was könnt/wollt Ihr mit erdbeerwoche beitragen?
AH: Was bislang fehlte, war eine Instanz, die das Thema ganzheitlich betrachtet, die unterschiedlichen Initiativen verlinkt und Bewusstseinsbildung betreibt – sowohl auf Hersteller- als auch auf Konsumentenseite. Und genau hier setzen wir an.

BS: Die erdbeerwoche ist das erste auf nachhaltige Frauenhygiene spezialisierte Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Unser Kerngeschäft ist neben der Aufklärungs-Arbeit der Handel mit nachhaltigen Frauenhygieneprodukten. Hier ist es uns wichtig, die gesamte Bandbreite an alternativen Produkten aufzuzeigen, von biologischen Wegwerfprodukten bis hin zu wieder verwendbaren Produkten wie der Menstruationskappe.

Frauenhygiene betrifft ja - no na - vor allem Frauen... Wie relevant ist das Thema für Männer?
BS: Das Thema Menstruation betrifft zwangsläufig auch Männer – ohne die Regel gäbe es weder Frauen noch Männer auf dieser Welt. Viele Frauen genieren sich insbesondere mit Männern über ihre Periode zu sprechen. Männer können hier einen proaktiven Part einnehmen, indem sie mit ihrer Frau, Freundin, Schwester, Mutter etc. darüber sprechen, Interesse für das Thema bekunden und die Botschaft der nachhaltigen Frauenhygiene in ihrem Umkreis verbreiten.

AH: Deshalb freuen wir uns besonders, dass auch zahlreiche Männer zu den Fans der erdbeerwoche zählen.

Wer sind Eure Nachhaltigkeits-Helden? Wer hat Euch beeinflusst bzw. inspiriert Euch?
AH: Da wir beide uns seit langem intensiv mit der Nachhaltigkeitsthematik beschäftigen und auch seit Jahren beruflich damit zu tun haben, stoßen wir täglich auf positive Beispiele: Die wirklichen „Helden“ der Nachhaltigkeit sind für uns „Helden des Alltags“, d.h. all jene Menschen, die jeden Tag aufs Neue versuchen, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen und durch ihre Authentizität andere mitreißen...

BS:...in unserer konsumgeprägten Welt ist dies nicht immer einfach...

Zum Schluss noch eine Portion Idealismus: was ist Euer Traum bzw. Eure Vision, wie Ihr mit erdbeerwoche die Welt verbessern werdet?
AH: Die erdbeerwoche möchte die Frauenhygiene revolutionieren – nicht umsonst nennen wir uns „die neue Generation“ der Frauenhygiene.

BS: Unsere Vision ist es, dass in 10 Jahren jede österreichische Frau zwischen 12 und 50 etwas mit dem Begriff nachhaltige Frauenhygiene anfangen kann und Zugang zu den Alternativprodukten ihrer Wahl hat.

Va bene, vielen Dank für das Interview!

Mehr Infos über die Themen Nachhaltigkeit und Fraugenhygiene: www.erdbeerwoche.com

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