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Von der Unmittelbarkeit der Wahrheit im Social Web

"Verlust der Deutungshoheit in der Kommunikation" - so nennt man in der Social Media Theorie den Umstand, dass man als Unternehmen oder Organisation in sozialen Netzwerken nicht mehr alleiniger Herr seiner Botschaft ist: die Rezipienten, also die UserInnen, können diese kommentieren, korrigieren, uminterpretieren, ins Lächerliche ziehen, weiterverbreiten, und und und...

...deshalb wiederholen wir in unseren Social Media Vorträgen und Workshops immer und immer wieder: Das Social Web ist gelebte Transparenz - Authentizität, Faktentreue und Ehrlichkeit haben deshalb oberste Priorität. Alles andere kommt früher oder später schmerzhaft zurück.

HC Strache - von der Theorie zur Praxis

Der österreichische Politiker Heinz-Christian Strache konnte diese theoretische Maxime jüngst auf seiner Facebook-Seite (wieder mal) ganz praxisbezogen erfahren: mit dem Post

"Faktum ist jedenfalls, dass kein FPÖ-Politiker rechtskräftig verurteilt wurde, auch wenn es unseren Gegnern nicht passt."

wollte Strache gegenüber seinen mehr als 117.000 Facebook-Fans wohl betonen, dass seine FP eine Partei der "anständigen Politiker" ist...

...die Botschaft hielt der wachsamen Internet-Öffentlichkeit genau 16 Minuten stand - dann postete ein anderer User eine Liste mit 15 (!) rechtskräftig verurteilten (EX-)FP-PolitikerInnen. Von Verhetzung und nationalsozialistischer Wiederbetätigung bis hin zu Falschaussage vor Gericht war da so einiges dabei. Innerhalb weniger Stunden wurde die Diskussion auch 125 Mal auf Facebook geteilt, was einer ganz ansehnlichen Reichweite entspricht.

Die Reaktion von Strache bzw. den Betreibern seiner FP-Seite: der Post wurde gelöscht, womit die Sache fürs Erste vom Netz ist - mit Betonung auf "fürs Erste": denn Löschen bzw. Zensur, so betonen wir in unseren Social Media Vorträgen und Workshops immer und immer wieder, ist keine vernünftige Lösung. Damit schafft man das Problem nicht aus der Welt und kann es mitunter noch verschlimmern, wenn es zum so genannten "Streisand-Effekt" kommt - so nennen wir in der Social Media Theorie den Umstand, dass die Unterdrückung einer Information in sozialen Netwerken erst recht zu deren Verbreitung führt.

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